Ein gutes Beispiel ist deine Fahrt über den Brenner. Unter hoher Dauerlast bricht die Zellspannung stärker ein, und das BMS reduziert dann die Leistung, um die Zellen vor Unterspannung zu schützen. Das ist ganz normales chemiebedingtes Verhalten. Anfangs stehen noch knapp 100 kW zur Verfügung, weil die Zellspannung zu Beginn noch hoch genug ist. Je länger man aber Vollgas bergauf fährt, desto weiter sinkt die Spannung unter Last – und damit reduziert das BMS die maximale Leistung.
Sobald die Last wegfällt, kann sich die Spannung wieder erholen. Bei der langsamen Durchfahrt durch die Mautstation springt die verfügbare Leistung wieder hoch, in diesem Fall auf rund 95 kW bei 18 % SOC. Danach, unter erneuter Dauerlast, fällt die maximale Leistung wieder auf etwa 65 kW ab. Das Muster ist eindeutig: Hohe Dauerlast + niedriger SOC = Spannung fällt -> BMS drosselt
Last weg = Spannung erholt sich -> Leistung steigt wieder. Schade das BYD keine Analyse hat wie bspw. bei Tesla, wo man die Zelltemperatur sehen kann, das hätte mich als Techniker tatsächlich mal interessiert, welche Temperaturen da auf Zellebene erreicht werden.
Zurück zum Thema. Gerade lange Steigungen wie am Brenner sind dafür prädestiniert, weil der Akku dort über viele Minuten konstant hohe Ströme liefern muss. LFP‑Zellen reagieren darauf stärker als andere Chemien. Deshalb sollte man bei längeren Anstiegen idealerweise mit mehr als 30 % SOC starten, wenn man höhere Leistung länger behalten möchte.
Der Akku selbst hat eine Dauerentladerate von 2C, bedeutet beim großen Akku mit einer Kapazität von 43,2 kWh dann ca. 86 kW Dauerleistung. Und dann versteht man auch, warum im Fahrzeugschein die 60kW/30min drin steht: Der Akku könnte ~86 kW, aber Motor + Inverter + Kühlung limitieren, heraus kommen ca. 60-70 kW, bei niedrigem SOC zusätzlich Spannungseinbruch und man hat früher diese Reduktion.