BYD stellt neue Batterie mit einer Ladezeit von nur 5 Minuten für 470 km

  • Hallo zusammen,


    BYD hat ein neues Ladesystem vorgestellt, in dem die Autos in nur 5 Min. um 470 km mit einem 1.000 Volt Sytem aufgeladen werden können - zunächst aber nur in China.

    Aber es wird noch besser: BYD arbeitet wohl an einem System mit 1500 Volt.


    Artikel aus der Wirtschaftswoche:

    BYD: Neue Batterie mit Ladezeit von fünf Minuten enthüllt
    Ein Elektroauto zu laden dauert aktuell immer noch länger als ein Tankstop. Das soll sich ändern, verspricht der chinesische Hersteller BYD und zeigt ein neues…
    www.wiwo.de


    oder aus Car News China

    https://carnewschina.com/2025/03/17/byd-released-industry-leading-1...


    Herzliche Grüße

    Flipp

  • Bin da gar nicht so begeistert bei dem derzeitigen Wettlauf um kürzeste Ladezeiten. Natürlich will man für eine Fahrt nur möglichst kurze Unterbrechungen, aber dies sollte nicht auf die Lebensdauer der Batterie gehen. Ein System von normierten Batteriemodulen die bei einem "Boxenstopp" schnell ausgetauscht werden, halte ich für sinnvoller. Die Batteriemodule können dann schonend geladen werden und dabei als Stromspeicher für das Netz genutzt werden.

  • peter2023 Wo steht, dass das auf die Lebensdauer der Batterie geht?


    P.S.: In China sind die schon im Einsatz und pro Woche werden dort knapp 200 neue Flash-Charger installiert. In Frankreich war Anfang April die erste Live-Präsentation in Europa.

    🇦🇹 Dolphin Comfort Skiing White 60kWh. PV: Fronius Symo GEN24 10.0 Plus + Wattpilot + BYD Battery-Box

  • Zitat

    Wo steht, dass das auf die Lebensdauer der Batterie geht?

    Es ist ein generelles Problem aller Akkus, dass hohe Stromdichten an den Elektroden irreversible Schäden anrichten. Man könnte zwar meinen, dass wenn man zu höheren Spannungen geht man mit geringerem Strom zum Laden und Entladen auskommt, das gilt aber nicht für die Stromdichten, also Strom pro Fläche, wenn man nicht die Kapazität der Batterie erhöht. Üblicherweise werden Kapazitäten der Akkus für z.B. 0,1 C angegeben, d.h. für Lade- Entladeströme von 1/10 der Nennkapazität, also ein 50 Ah Akku mit nur 5A betrieben. Geht man dann zu 10 fachen Werten, also 1C, dann sinkt die Kapazität und die Zyklenfähigkeit. Dies findet man in den Datenblättern der verschiedensten Zellenhersteller. Wir als Anwender im PV und EV Bereich haben da normalerweise keinen Einblick in solch detaillierte Datenblätter, aber man erkennt dies bei den Garantiebestimmungen. Ein 12kWh Akku als PV Speicher (ebenfalls chinesischer LFP Akku) wird mit 3kW maximal geladen und entladen, also 0,25 C, bei einer Garantie von mindestens 80% Kapazität nach 10 Jahren. Unser 60kWh Akku im EV bekommt aber nur 8 Jahre bei 70%, limitiert auf ca. 80 KW Ladeleistung und nur kurzfristige volle Leistung von 150 kW, also bei ungefähr 1C bis kurzfristigen 2,5 C. Die höhere Spannung bei gleicher Zellchemie hilft nur bei der Leistungselektronik die Stromstärke zu senken und Kabelquerschnitte gering zu halten. Um 470 km in 5 Minuten zu laden bräuchte es eine Kapazität mit12-facher Reichweite um mit nur 1 C zu laden. Meiner Kenntnis nach sind die Grenzen der LFP Akkus bei 3-5 C (bei deutlich verringerter Kapazität und Zyklenfestigkeit), man braucht da also schon eine Batterie mit einer Mindestreichweite von ungefähr 1400km um noch vernünftige Garantiebedingungen anbieten zu können.

  • Es ist halt fraglich, ob dies aufgrund der Weiterentwicklungen BYDs noch so anzuwenden ist.


    Lt diesem Bericht sinkt der Kapazitätsverlust sogar um 2,5%

    🇦🇹 Dolphin Comfort Skiing White 60kWh. PV: Fronius Symo GEN24 10.0 Plus + Wattpilot + BYD Battery-Box

  • Es besteht sicher kein Zweifel, dass technologische Fortschritte da erzielt werden, aber prinzipielle physikalische und chemische Grenzen bleiben bestehen. Daher sind die Fortschritte in der Zellfertigung auch nur im Prozentbereich, wie ja auch in dem von Dir zitierten Artikel hervorgeht. Werbetechnisch wird dies natürlich so dargestellt, als ob exorbitante Fortschritte und ein Durchbruch in eine neue Ära geschafft worden wäre. Dabei muss man aber aufpassen, ob sich alle angegebenen Werte auf die gleichen Bedingungen beziehen. Die Verringerung des Kapazitätsverlustes um 2,5% würde ich im günstigsten Fall als eine Garantie von 72,5% Restkapazität in 8 Jahren interpretieren, im ungünstigsten Fall als 2,5% von 30, also einem Kapazitätsverlust auf 70,75% in 8 Jahren, anstelle von 70%, wahrscheinlich bei den gleichen Bedingungen wie bei der alten Batterie und nicht bei ständigem Laden mit 3 C. Ich freue mich auch über die Verbesserungen die erzielt werden, sehe aber den Fortschritt eher in einer längeren Lebensdauer bei gleichbleibender schonender Behandlung der Batterie und weniger Verlusten beim Laden/Entladen, dies ist aber derzeit nicht so marktrelevant.